Das RockHard-Festival 2009 in wenigen Worten – ein subjektiver Bericht
Festival, Musik, Bier, viel Spaß, schlechte Berichterstattung und angetrunkene Leute, die keinen Spaß verstehen. Das sind wohl die passenden Tags um mein RockHard-Festival 2009 sehr kurz zu beschreiben. Ein paar mehr Worte möchte ich dann doch noch verlieren.
Freitag kurz nach 14 Uhr, wir haben unsere Bändchen und kommen ohne Probleme, nett von den Securitys begrüßt, auf das Gelände. Ich bin jedesmal wieder begeistert, denn ich schleppe ‚nen halben Hausstand mit. Wenn man nicht vor Ort zeltet muss man halt alles im Rucksack haben, wird ja kalt abends (und geizig bin ich außerdem, daher ist auch noch ein vollwertiges Picknick dabei). Im Amphitheater suchen wir uns einen schönen Platz auf den Rängen und warten auf das Bespaßungsprogramm.
Der Opener Witchburner überzeugt sofort. Angel Witch sind klasse, auch wenn ihr Frontmann lange Zeit verschwunden war. Dann die erste Enttäuschung Destroyer 666 klingen nach dem was ihr Name erahnen lässt: Der Opener eines Underground-Festivals. Ich habe mir keine Notizen gemacht und will auch gar nicht im Detail auf die Bands eingehen, aber ich habe einen spitzen Festivalauftakt und dann plätschert mir gelangweilt vorgetragener Hinterhof-Black-Trash entgegen, da bin ich vom RockHard besseres gewöhnt. Dafür sorgten danach Prong für Stimmung im Amphitheater. Die Band ist mein persönlicher Festivalnewcomer (kannte die Band bis dahin nicht). Jag Panzer ließen mich weiter hoffen nachdem sie als DIE Powermetal-Band angekündigt wurden. Irgendwie kam bei mir und meinen Kollegen die Stimmung nicht an. Abschluss des Tages: Opeth. Ich kannte diese Band auch nur vom Hörensagen. Sie hat mich nicht aus den Schuhen gehauen, aber es war ganz cool interessant was ich da zu hören bekam. Der Auftritt erinnert mich trotzdem Stellanweise an ‚nen ARTE-Themenabend auf Drogen. Sehr langgezogene harmonisch melodiöse Death Stücke. Death? Ja, das hat wer behauptet. Die Gitarren sind auch Stellenweise schön hart. Trotzdem kam das ganze eher einem Jazzmatinee gleich. Uh, ich mach mir grad keine Freunde, daher schnell zum nächsten Tag…
Moment, eins noch. So als Ingenieur mag ich Diagramme, daher hab ich welche zu jedem Tag gemacht um meine persönliche Spaßfaktorkurve anzuzeigen. Die Skala reicht von 1 – 10. 0 bedeutet nicht gesehen.

Auf zum Samstag. Evocation habe ich verpasst. Grand Magus konnte man gut hören. Audrey Horne machten dann schon wieder Spaß. Bei Hail of Bullets war ich weit weg vom Gelände um was zu Essen. Dragonforce waren nicht unbedingt gut, aber es hat einfach Spaß gemacht ihnen zuzusehen. Ich mag Powermetal, wenn allerdings alles nach dem selben Stück klingt hört’s auf. Die Bandmitglieder sind aber so über die Bühne gestürmt und haben Posen gemacht, man musste sie einfach mögen. Bei Trough the Fire and Flames stand dann auch nach Aufforderung durch den Frontmann das ganze Theater und hat mitgeklatsch, -sungen und –moscht. Forbidden brachten mitreißenden Trash. Jon Oliva hat fast nur Savatage Songs gespielt. Ich kann damit nicht so viel anfangen, daher fehlen die Begeisterungspunkte, aber Klasse war es allemal. Die Children of Bodom Hate Crew haben den Abend dann Spitzenmäßig ausklingen lassen. Für mich die beste und mitreißendste Band des Festivals.

So, der letzte Tag des Festivals. Es war lang und heiß und angefüllt mit tollen Bands. Tracedawn und Firewind brachten den Tag in Schwung. Erster Höhepunkt war der Hardrock von Bullet. Disneyland After Dark oder kurz D-A-D überzeugten wieder mehr durch Show denn durch die Songs, aber mitreißend war es allemal. Ich weiß nicht ob es an meinem Kreislauf und der Sonne lag, jedenfalls haben Heathen keinen guten Eindruck bei mir hinterlassen. Ich war lieber unterwegs und hab nicht viel mitbekommen. Außerdem empfand ich die Band als übermäßig Laut (und ich trage schon Gehörschutz). UFO brachten auch nicht wirklich Spaß. Technisch einwandfrei wurde das Set doch etwas emotionslos gespielt. Zudem wurden einige Kracher wie Doctor Doctor nicht gespielt. Eigentlich ein Unding. Sacred Reich holte den Spaßfaktor mit knüppelndem Trash wieder raus. Den Circlepit (samt Inselbildung) zu beobachten war eine reine Freude. Die Karaoke war nur noch geil spaßig. Die Coverband Rokken spielte und zuvor angemeldete Besucher sangen. So gab es Back to Black von ACDC zu hören. Dann den Painkiller vorgetragen von der uns bekannten kreische Kathi. Der Auftritt war nicht schön, aber selten. Auch hier stimmte die Show. Das Sahnehäubchen war Fear of the Dark. Das Amphitheater machte mit als hätte Iron Maiden auf der Bühne gestanden, klasse! Spaßfaktor wirklich ganz weit oben. Saxon, nicht ganz mein Fall, aber dafür inkl. der Princess of the Night erreicht daher nur neun Punkte. Ein gelungener Abschluss für ein unerwartet gutes Festival.

Die schlechte Berichterstattung bekommt morgen einen eigenen Eintrag, habe ich soeben beschlossen.
Auf die angetrunken Person bin ich am Samstag getroffen. Vor’m Festivalgelände standen noch ein paar Kollegen ohne Karte, mit denen wir uns unterhalten haben. Außerdem standen ein paar Leute da rum, die man halt aus der Kneipe kennt, aber eigentlich lieber nix mit ihnen zu tun hat. Hauptgrund ist eine gewisse politische Orientierung. Jedenfalls verstand eine dieser Personen, die sich grade bei uns unterhielt, einen einfachen Grundschulhofwitz nicht richtig oder wollte einfach nur Streit anfangen nahm ihn zu persönlich. Zack wurde ich zu Boden geschubst (Glücklicherweise nicht mehr). In dem Moment hat mir sofort der Rest unserer Gruppe Schutz geboten.
Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an die Leute, die sofort für mich zur Stelle waren.
Ich versteh nicht wie man wegen einer Kleinigkeit so ausrasten kann? Die Ärzte hatten in ihrem Schrei nach Liebe wohl recht! Die Geschichte hat nicht direkt mit dem Festival zu tun, sie könnte überall anders stattfinden, daher möchte ich sie anmerken. Wortwitze werde ich in der Nähe von bildungsresistenten Leuten demnächst unterlassen. Es ist wirklich traurig. Diese Leute sind es, die nicht nur die Metalszene, sondern ganz Deutschland in Verruf bringen. Es war wohl angeblich auch nicht der erste Vorfall.
Zum Glück bleibt es die Ausnahme, denn das RockHard-Festival und die Besucher wurden mehrfach von den Bands gelobt. Die Stimmung, die Möglichkeit ausgelassen zu feiern und der Umgang der Metalheadz untereinander wurden, grade von amerikanischen Bands, immer wieder thematisiert.
Somit schließe ich mich dem allgemeinem Meinungsbild an, das RockHard-Festival war wieder spitzenmäßig! Wenn es sich einrichten lässt, bin ich gerne nächstes Jahr wieder dabei.

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