wait.ing – Nacht des Wartens

Gestern fand die watch.ing 1 – Nacht der Technik in Köln statt. In dieser Nacht öffneten viele, im Raum Köln ansässige, Firmen, Vereine und Hochschulen ihre Tore und eröffneten den interessierten Besuchern einen Einblick „Hinter die Kulissen“. Da die Veranstaltungsorte weit über das Gebiet der Stadt Köln verteilt liegen, sollten regelmäßige verkehrende Busse die Besucher von einer Station zur nächsten befördern.

Das Konzept klang toll und so ein Bustransport zwischen mehreren Stationen wurde ja schon des Öfteren bei der Nacht der Industriekultur angewendet. Ich hab mir und einem ehemaligen Kommilitonen also sogleich eine Karte für dieses Event besorgt und mich auf einen schönen, informativen Abend gefreut.

Der geneigte Leser wird wahrscheinlich schon gemerkt haben, dass der Abend nicht so ganz unproblematisch verlief. Erste Kritik geht an die Information von Nichtkölnern. Ich hätte mir durchaus eine Empfehlung zum Parken, für Gäste von außerhalb gewünscht. Auch ein spezieller Parkplatz mit Pendelbusanschluss wäre eine Idee gewesen. Wir entschieden uns das P+R Parkhaus am Zoo zu nutzen und von hier mit der U-Bahn zum Startpunkt der Nacht der Technik zu fahren. Diese Haltestelle wird auch noch bis früh morgens im 20 Min. Takt angefahren. Am Startpunkt haben wir den ersten gut gefüllten Pendelbus genommen und haben die erste Tour gestartet. Die Erste? Es sollte die einzige bleiben, aber das wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht! Wir hatten uns für Tour 2 entschieden.

Dies ist mein zweiter großer Kritikpunkt. Die Busverbindungen waren katastrophal. Wie anfangs erwähnt sollten die Busse im 15 Min. Takt fahren. Im Schnitt passte das vielleicht, aber nur mit extremen Ausreißern. So konnte man durchaus weit über eine halbe Stunde auf den richtigen Bus warten. Zwischendurch kam dann vielleicht noch ein Bus in die andere Richtung. Wenn dann endlich der ersehnte Bus um die Ecke bog, folgte ihm durchaus direkt ein Zweiter. Spannend war zudem, ob man mit dem letzten Tourbus wohl noch einen Pendelbus bekommen hätte. Selbst der Busfahrer wusste das nicht genau. So haben wir den Rückweg zum Hauptbahnhof Köln dann doch lieber per S-Bahn angetreten. Durch die schlechte Anbindung haben wir dann ganze vier Stationen geschafft. Das man auf keinen Fall alles sehen kann, war mir klar, aber Nichtmals eine ganze Tour?

Damit wäre die Kritik abgehakt. Kommen wir zum erfreulichen Teil. Die Stationen waren alle informativ und interessant. Wir schafften es uns das Heizkraftwerk, die Restmüllverbrennungsanlage, die IMA Kilian GmbH & Co. KG und das rheinische Industriebahn-Museum anzusehen. Somit hatten wir auch alles abgedeckt. Vom selbstständigen Rundgang, über die Großgruppen- und Kleingruppenführung bis zum einfachen Museum. Meine persönlichen Highlights waren der Blick in den Bunker der Müllverbrennungsanlage und die Führung bei IMA. Letztere bekam einen besonderen Reiz, da wir in einer Vierergruppe herumgeführt wurden. Außerdem gab es hier vieles „in Bewegung“ zu sehen. Nicht zuletzt war es schön zusehen, wie das studierte auch in anderen Bereichen angewendet werden kann.

Ich persönlich hätte gerne noch die Fachhochschule Köln besucht. Hier wurden einige interessante Ausstellungen unter ein Dach gefasst. Ein Abbruch der Tour und der Versuch zu einer anderen zu gelangen wäre vermutlich zu Zeitraubend gewesen. Somit haben wir aus der gegebenen Situation das Beste gemacht.

Ich bin gespannt ob es nächstes Jahr eine Wiederholung gibt, wie diese dann aussieht und ob sie am gleichen Ort stattfindet. Wenn die anderen drei Touren ähnlich schwierig zu bewältigen waren, könnte man noch zwei bis drei Jahre mit den gleichen Firmen arbeiten, damit auch jeder wirklich mal alles sehen konnte. Auch wenn ich gerne noch so einiges gesehen hätte hoffe ich für die Nacht der Technik, dass dies nicht die Intention des Veranstalters ist!

~ von Graffi am 27/06/2009.

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